Kampf gegen Bryopsis

Hier möchte ich Euch von meinen Erfahrungen mit dem Kampf gegen Bryopsis-Algen berichten.


Seit ca. 2 Jahren habe ich kleine Stellen Bryopsis in meinem Becken. Diese Stellen wurden regelmäßig mit einer Zahnbürste beseitigt und wuchsen nur sehr langsam wieder nach.
Dieser Zustand hat sich leider in den letzten 6 Monaten geändert und die Algen wachsen doch relativ zügig. So das ich nur mit der Zahnbürste nicht mehr ausreichende Erfolge verbuchen konnte.

Durch mein Versuch das Becken mit den Produkten der Firma Sangokai zu versorgen, konnte ich mit Jörg Kokott auch über Bryosis reden/schreiben. Hier wurde mir geraten den Nitritgehalt zu kontrollieren. NO2 könnte wohl verantwortlich für die Vermehrung von diesen Algen sein.
Also wurde an dieser Schraube gedreht und der NO2-Gehalt von 0,02mg/L auf nicht nachweisbar reduziert.



Leider ohne wirklichen Erfolg…


Hier möchte ich noch kurz erwähnen, dass folgende Tiere seit mehreren Monaten in meinem Becken sind, aber leider keinerlei Interesse an auch nur einem Federchen Bryopsis gezeigt haben:

-Tripneustes gratilla



-Mespilia globulus



-Zebrasoma flavescens



Zusätzlich wurden dann folgende Tiere mit großen Erwartungen eingesetzt:

-Percnon gibbesi



-Mithraculus sculptus



Leider wieder ohne Erfolg!!!


Um der Lage dann doch endlich Herr zu werden, wurden zum hundertsten Mal die Berichte im Netz gelesen.So entschied ich mich dann (auch durch einen glücklichen Zufall), zum Test, mehrere Elysia crispatas einzusetzen.Diese Tiere konnte ich durch einen 
befreundeten Händler vor Ort aussuchen.


Also ging es an die Eingewöhnung. Hier sollte Geduld im Vordergrund stehen, denn diese Tiere sollten langsam angepasst werden. Aktuell schaue ich jeden Tag ins Becken….UND sehe keine einzige von diesen doch wunderschönen Schnecken. Ob ein anderer Bewohner hier schuldig ist, kann ich noch nicht beurteilen. 



Hier kann ich bestimmt sagen, dass keines der vier Tiere überlebt hat.

Daher habe ich mir eine einzelne Schnecke besorgt und das Ganze nochmal getestet.
Dieses Mal funktioniert es einwandfrei. 
Daher hier nochmal der Hinweis:
Langsam eingewöhnen...

Die Schnecke macht sich innerhalb weniger Minuten an die Arbeit. Ok, es ist jetzt nicht die Schnellste... 

Aber sie frisst definitiv sofort Bryopsis. 
Zusätzlich scheinen diese Tiere auch Kalkrotalgen zu mögen. (Vermutung durch Beobachtung)

Bei der nächsten Gelegenheit werde ich mir vier weitere Tiere besorgen. So sollte es der Alge doch an den Kragen gehen....





Kleiner Zwischenbericht...
Leider war es bis jetzt nicht möglich an weitere Schnecken zu kommen. Wobei mein Einzelkämpfer wirklich gute Arbeit leistet. Und in 7 Tagen ca. 10cm2 von Bryopsis befreit hat. 
ABER, der Lage alleine niemals Herr werden wird!
Daher habe ich bei einem befreundeten Händler 5 weitere Exemplare bestellt.
So Gott will, kommen diese in drei Tagen.
Da ich mich dazu entschieden habe mechanisch hier nicht mehr tätig zu werden, um nicht immer weitere Korallen zu zerbrechen. Daher setzte ich große Hoffnung in meine Kampfeinheit. Denn gerade an diesen Stellen fühlen sich auch Cyanos sehr wohl.

Die extrem betroffenen Stellen habe ich fotografiert um Euch bald direkte Vergleichsfotos präsentieren zu können.
So kann der Erfolg oder auch Misserfolg gut verfolgt werden.


Gestern konnte dann endlich der Rest der Spezialeinheit einziehen. Zusätzlich habe ich jetzt 4 weitere Schnecken eingesetzt.Die nächsten Tage und Wochen werden einen Erfolg hoffentlich zeigen. Auf dem folgenden Bild kann man sehr gut erkennen, welche Schnecke seit mehreren Tagen Bryopsis frisst und welche Tiere neu eingesetzt wurden.
Die Färbung ins dreckig grüne ist schon auffällig.




Hier die versprochenen Bilder im direkten Vergleich.
Zeitabstand beträgt ca. 14 Tage bei meinem 300Liter Becken mit aktuell 5 Schnecken.
Der Unterschied ist eigentlich ganz gut zu erkennen.



Da die Tiere zeitweise oder besser gesagt Ewigkeiten an der Rückwand hängen und andere Dinge verspeisen, spielt meine Geduld wieder verrückt. Ich habe mich daher entschieden ebenfalls Kent Tech M einzusetzen.
Hierdurch erhoffe ich eine schnellere Minimierung der Alge. Das Mittle wurde heute bestellt. 

Eigentlich ist es noch zu früh, um hier definitiv was berichten zu können.
ABER...Ich schilder einfach mal den Verlauf der Maßnahmen...
Wie oben erwähnt wurde das Mittel dann bestellt und taggleich dosiert.
Bei dem betroffenen Becken handelt es sich um 300 Liter.Die Werte wurden mit einem Gilbers Mg Test gemessen und mit einer Multireferenz überprüft.

Tag1:
- aktueller Wert 1550mg/l
- Dosierung 100ml Kent Tech M
- leichte Trübung über mehrere Minuten
- spontan keine Reaktion von Korallen oder Fischen
- neuer Wert ~1750mg/l

Tag4:
- Dosierung 50ml Kent Tech M
- keine Reaktion von Fischen oder Korallen
- leichter bräunlicher Belag auf dem Bodengrund
- aktueller Wert ~1750mg/l

Tag5:
- Dosierung 50ml Kent Tech M
- keine Reaktion von Fischen oder Korallen
- keine Veränderung der Bryopsis Alge
- aktueller Wert ~1800mg/l

Tag6:
- Dosierung 50ml Kent Tech M
- keine Reaktion von Fischen oder Korallen
- brauner Belag leicht verstärkt
- aktueller Wert ~1800mg/l

Tag8:
- Dosierung 50ml Kent Tech M
- keine Reaktion von Fischen oder Korallen
- keine Veränderung der Bryopsis Alge
- aktueller Wert >1800mg/l

Tag11:
- Dosierung 50ml Kent Tech M
- keine Reaktion von Fischen oder Korallen
- die Bryopsis Alge lässt sich leichter mechanisch entfernen
- aktueller Wert >1800mg/l

Tag14:
- Dosierung 50ml Kent Tech M
- keine Reaktion von Fischen oder Korallen
- aktueller Wert >1800mg/l
- brauner Belag auf dem Bodengrund gleich


Nach nun 14 Tagen möchte ich ,immer noch sehr vorsichtig, ein paar Veränderungen aufzählen, die ich meine zu erkennen:
- optisch verlangsamter Wachstum der Alge
- einfache mechanische Entfernung möglich
- leicht betroffene Stellen dünnen aus und sehen verkümmerter und dreckig aus
- stark betroffene Stellen zeigen keine Veränderung

Von den Schnecken kämpfen aktuell 2 sehr hartnäckig und unterstützen alle weiteren Maßnahmen doch besser als gedacht.
Anscheinend habe ich aber irgendwelche Würmer im Bodengrund, die die Schnecke festhalten und einsaugen. (so sieht es zumindest aus)
Bild weiter oben in der Mitte!


Nach nun ca.3Wochen pausiert die Dosierung des Produktes. In dieser Zeit ist der Mg-Wert nicht unter 1700mg/l gesunken.
Und doch muss ich leider von erhöhtem Wachstum der Bryopsis-Alge berichten.
Bei weitem nicht so schlimm, wie vorher.....Aber gut ersichtlich.

Daher wurden heute erneut 50ml Kent Tech M dosiert, wodurch der Mg-Wert auf ca. 1750mg/l
gestiegen ist.



Hier gibt es leider keine guten Nachrichten.
In den letzten Tagen/Wochen wurde die Dosierung regelmäßig fortgeführt. So ging der Mg-Wert auf über 2000mg/L.
Diesen doch schon sehr hohen Mg-Wert hält das Becken jetzt schon mehrere Tage......Ohne jeglichen Erfolg!!!!!
Da ich die letzte Flasche jetzt aufgebraucht habe, werde ich mich nicht mehr um Ersatz kümmern.
D.h. der Kampf gegen die Bryopsis mittels Kent Tech M hat bei mir nicht funktioniert.

Fazit zu dem Mittel:
Kent Tech M hat bei mir in keinster Weise Bryopsis vernichtet. Zu Beginn sah es kurze Zeit so aus. Aber die Alge kam immer wieder.

Da die Dosierung keine negativen Einflüsse auf irgendwelche Bewohner hatte und alle Tiere den gesamten Zeitraum unbeeindruckt gut aussahen...
Bleibt hier leider nur zusagen, dass es mich lediglich viel Geld gekostet hat...



Sobald es Neuigkeiten gibt, wird natürlich hier berichtet...



Und die gibt es seit kurzer Zeit...
Durch Zufall habe ich von einem Freund einen neuen Zeitgenossen übernommen, da dieser in seinem Becken nicht mehr viel zu fressen finden konnte.
Dummerweise befand ich mich gerade im Umbau des Wohnzimmerbeckens.
Daher zog der Seehase erst mal in mein Ablegerbecken. Aber so schnell, wie dieses von jeglichen Algen befreit wurde, mußte ein neues zu Hause her.
Ein befreundeter Aquarianer erklärte sich bereit, den Seehasen für ein paar Tage zu übernehmen.
Und siehe da....Alle, aber wirklich restlos alle Bryopsis Algen wurden innerhalb von ca. 10 Tagen vertilgt. 

Wir sprachen vorher noch darüber....Ein Versuch sei es wert. Aber, dass es so gut funktioniert, hätte keiner von uns gedacht.

Natürlich ist das wieder mal keine Garantie.....ABER vielleicht ein Versuch wert!

Es sei noch gesagt sein, dass Seehasen ohne Algen nicht gehalten werden können.
Entweder kennt man beim Kauf schon den nächsten Besitzer oder muss das Tier dauerhaft mit geeigneter Nahrung zufüttern!!!